Update: Was da los?!

Hast du schon einmal etwas angefangen nur um dich einige Zeit später zu fragen, wieso eigentlich? Oder bist du schon einmal einer Leidenschaft gefolgt, und hast irgendwann festgestellt, dass du überhaupt nicht mehr dafür brennst? Mir ergeht es so mit dem Blog. Als ich ihn vor zwei Jahren online stellte, wollte ich damit irgendwann die Welt verändern. Oder zumindest ein paar Leuten damit helfen – und ja, auch irgendwann Geld damit verdienen. Heute will ich irgendwie einfach nur meine Ruhe. Mein Studium bzw. mein Studium, mein Job, meine sozialen Beziehungen und vielen Hobbies laugen mich aus. Ich frage mich, ob ich überhaupt aus dem richtigen Holz geschnitzt bin, um meine Wunschvorstellungen in die Tat umzusetzen.

Wurden die Weichen für den Verlaufs meines Lebens nicht bereits genetisch festgelegt? Als Kind war ich nie leidenschaftlich an etwas interessiert, wieso sollte es jetzt anders sein? Alles hat irgendwann seinen Reiz für mich verloren. Meine Eltern meldeten mich bei vielen Aktivitäten an, ich selbst hatte mich nur geäußert tanzen zu wollen. Ich wollte das sehr, aber wurde nicht weiter gefördert als einmal die Woche ne Stunde Unterricht. Tänzerkarriere verbaut, auch, weil man mich für „zu schlau“ hielt. Medizin oder Jura sollte das Kind mal studieren – hatte es aber nie Bock drauf. Die einzige „Leidenschaft“ wurde also nicht wirklich ernst genommen. Zur genetischen Festlegung kommt die biografische. Jetzt ist es zu spär. Ich werde die Jahre, die ich nicht tanzen konnte, niemals aufholen.

Also war der Blog nur ein netter Versuch? Ein Ausprobieren, das eh zum Scheitern verurteilt war? Denn eigentlich habe ich der Welt nichts zu sagen. Nicht im Moment, vielleicht nie. Dafür halte ich mich nicht für klug genug, kriege meinen Mund nicht auf in den Momenten, in denen ich mit „der Öffentlichkeit“ in Diskussion treten könnte. Die Kategorien hier hab ich teils schon geändert. Um den Header etc. zu ändern bin ich schlicht zu faul bzw. es reizt mich nicht, diese Änderung durchzuführen. Ein Beitragsbild? Auch zu viel Aufwand. Und vom Bewerben in den sozialen Netzwerken ganz zu schweigen. Mich selbst darstellen kann ich einfach nicht.

Vielleicht wird es demnächst wieder etwas lauter hier, wenn ich mir im nächsten und letzten Bachelorsemester Zeit für mich und mein Leben nehme. Vielleicht bekommt meine innere Stimme dann wieder Raum, um zu mir zu sprechen.