Bachelor-Krise und Real Talk

Noch nie habe ich einen Artikel direkt im Back-End getippt. Immer habe ich mir wohl überlegt, worüber ich schreiben möchte, oder bin meiner Inspiration gefolgt. Zuletzt wurde mir jedoch nahe gelegt, einfach runterzuschreiben, was mich beschäftigt, und ich finde diese Idee überhaupt nicht schlecht. Du liest gerade meinen Versuch.

Was ist so los?

Ich arbeite an meiner Bachelor-Arbeit zum Thema Anerkennung in der Eltern-Kind-Beziehung und welche Rolle sie in der Entwicklung eines gesunden Geistes spielt. In zwei Wochen habe ich meine mündliche BA-Prüfung zu den Themen Fotografie und Game Studies. Warum sich das Leben schwer machen? 😀 Meine Quellen? Natürlich The Legend of Zelda und Die Sims! Weil man damit so herrlich erklären kann, wie Stress abgebaut, die eigene Identität erforscht und Skill fürs echte Leben erworben wird/werden. Nein, wir werden nicht zu Psychos, weil wir menschenähnliche Figuren in den Pool stecken und die Leiter verkaufen…

Besonders meine schriftliche Arbeit macht mich fertig. Es ist soooooooooooooo viel zu lesen und ich kann dank meiner Depression meine Konzentration kaum aufrecht erhalten, besonders nicht, wenn ich einen schlechten Tag habe. Ich hoffe, dass ich auf mein Gefühl vertrauen kann, dass letztlich alles rechtzeitig fertig wird, aber die Ängste, dass alles den Bach runter gehen wird, lassen sich nicht vertreiben. Das Thema macht mich auch sehr nachdenklich. Letztlich ist mein Studium eine Selbsttherapie, in der ich versuche zu verstehen, wieso weshalb warum alles so ist, wie es ist.

Schreib doch mal was Positives!

Wer mir auf Instagram oder Facebook folgt, hat vielleicht die Umfrage mitbekommen, in der ich wissen wollte, ob ich explizit positiven Inhalt posten soll um darzustellen, dass ich kein permanent selbstmordgefährdetes Wesen bin. Das Feedback war super lieb: mach einfach, wonach du dich fühlst! Vielen Dank dafür, das hat mir sehr viel Kraft gegeben! Anlass für diese Umfrage waren einige Reaktionen auf meinen letzten Text… hauptsächlich die Reaktion eines Menschen von dem ich glaubte, dass er mir nahe stünde. Es war eine Enttäuschung, aber das Wort Ent-Täuschung besagt letztlich nur, dass die Täuschung ein Ende hat und nun die Wahrheit ans Licht gekommen ist. Umso schöner ist es dann, ein so tolles Feedback von anderen zu bekommen!

Und nein: ich werde nicht anfangen, einfach etwas Positives zu schreiben, nur um ein realistischeres Bild zu zeichnen. Ich schreibe, wenn ich inspiriert und motiviert bin – was kann ich denn dafür, wenn das meistens der Fall ist, wenn es mir schlecht geht? Vielleicht ist meine Depression auch einfach meine Muse geworden. Und ich glaube an das, was ich tue. Indem ich ausspreche, was andere nicht hören wollen, bilde ich eine Realität ab, die leider tatsächlich existiert. Nicht nur für mich. Es ist nicht mein Problem, dass einige damit nicht umgehen können, aber es wird mein Problem, sobald ich die Schuld dafür bekomme und das auch noch ändern soll. An dieser Stelle wäre ich jetzt gern fies geworden und hätte gern ein paar Sätze durch den Dreck gezogen, die mir an den Kopf geworfen worden in vermeintlicher Absicht, mir damit zu helfen. Aber nein, ich weiß es besser.

Wie du jemandem mit Depressionen helfen kannst?

Fang doch einfach mal damit an zu fragen, wie es ihr oder ihm geht! Aber mit ernsthaftem Interesse!

Alles andere ist bloß hohles Gelaber

Aber das Leben ist doch sooooo schön…

Ja, das Leben ist schön. Aber das Leben ist genauso scheiße. Was soll also dieses Weichzeichnen von Situationen, die einfach wirklich mies sind? Natürlich lässt sich aus jedem Fehlschlag etwas lernen und auch ganz schlimme Katatstrophen können überwunden werden. Aber das macht sie doch nicht zu etwas, was total geil ist. Lasst uns doch einfach wütend oder traurig wegen irgendetwas werden. Das ist doch menschlich und total in Ordnung. Lasst uns diese Gefühle so lange fühlen, wie es sein muss, um sie hinter uns lassen zu können. Was passiert denn mit Kindern, die nach dem Hinfallen nicht weinen dürfen, weil sie solche bekloppten Sätze hören müssen wie „ein Indianer kennt keinen Schmerz?“ Sie lernen, dass sie ihre Gefühle unterdrücken müssen. Bis zu dem Punkt, wo vielleicht alles zu viel wird und die Blase platzt. Den Rest könnt ihr euch denken. Hört doch bitte auf den Leuten einzureden, dass man alles nur positiv denken muss damit alles gut wird. Denn im Grunde steckt hinter dieser Botschaft doch, dass man eine positive Grundeinstellung zum Leben haben sollte. Das ist etwas völlig anderes, als jeden Misthaufen mit Gold einzupinseln, weil ist doch alles sooooooo schön! Seid mal realistisch, seid mal erwachsen und nutzt eure Lebenserfahrung…

Du! Lesender! So schreibest Du mir doch, was Du von meinen Gedanken haltest!

Ähnliche Beiträge

  • "Ich will nicht mehr kämpfen!"„Ich will nicht mehr kämpfen!“ Eigentlich sollte heute ein ganz anderer Artikel online gehen. Einer, den ich am Dienstag bereits zu 70% fertig hatte und eigentlich nur […]
  • The colored cube will changeThe colored cube will change The colored cube will change Hey du da draußen, wie geht es dir? Vielen Dank, dass du heute auf einen Plausch hier vorbeigekommen […]
  • Burnout unso…Burnout unso… Strohballen rollen auf diesem Blog einsam von links nach rechts. Ein Pfeifen des Windes untermalt die trostlose Kulisse. Es ist still […]

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.