Artikelbild für den Blogpost "80% sind alles" vom 20.10.2017 auf www.coloredcube.de

80% sind Alles

Kennt ihr diese positiven Affirmationen? Diese kurzen Sätze, die, wenn man sie oft genug wiederholt, unterbewusst in uns weiterwirken und somit unser ganzes Leben ändern können? Die meisten klingen so: Ich bin stark. Ich liebe mich, wie ich bin. Ich kann alles erreichen. Das wichtigste dabei ist, immer mit dem Ich anzufangen, damit unser Unterbewusstsein auch mitbekommt, dass wir mit uns selbst reden.

Wer sich dabei blöd vor kommt, das immer wieder laut vor dem Spiegel, mit einem Lächeln auf den Lippen, ernsthaft vorzutragen (ich zähle mich dazu), der kann sich diese Sätze auf Post-Its schreiben und diese an eben jenen Spiegel befestigen. Dadurch lesen wir das immer wieder. Wichtig dabei: wir müssen diese Sätze selbst aufgeschrieben haben, handschriftlich. Denn nur so nimmt unser Unterbewusstsein wahr, dass wir uns selbst meinen. Du merkst, unser Unterbewusstsein ist schwer von Begriff, wenn es darum geht, dass es das tun soll, was wir von ihm wollen.

Allerdings fühlte sich die ganze Bandbreite an Standard-Affirmationen nicht richtig für mich an. Sie waren wie die ganzen How to become more productive Videos auf YouTube, nur, dass ich eben mit der Produktivität stets übertrieben hab. Nicht besonders hilfreich also. In meinem Post zur Perfektionsblockade habe ich bereits geschildert, wie kontraproduktiv eine perfektionistisch veranlagte Persönlichkeit sein kann. Man bekommt nix gebacken, weil es perfekt werden muss. Da wir aber wissen, dass es perfekt nicht gibt, liegen die Chancen zu scheitern bei 100% – ­ergo fangen wir erst gar nicht an etwas zu tun. Ist dann ein Post-it mit der Botschaft „Ich kann alles erreichen“ wirklich hilfreich? Nein, denn dann komme ich mir wie eine Heuchlerin vor, sobald es wieder einmal nicht klappt.

Keine Affirmationen für Perfektionisten?

Doch! Aber welche, die man vielleicht nicht erwarten würde.

Statt sich hoch zu puschen, plädiere ich dafür sich zu bremsen. So steht auf meinem neusten Post-It einfach 80%. Weil 80% vollkommen reichen. Meine Arbeitskollegin sagte mal so schön:

Es wäre doch schade, wenn es immer nur 100% gäbe.

Dann kämen all die anderen Zahlen nie dran.

Ich bin ihr sehr dankbar für diesen schönen Satz, denn er erinnert mich daran, dass die wahre Schönheit des Lebens in der Abwechslung liegt.

Was steht noch so auf meinen Zetteln?

Der Weg ist das Ziel. Denn mit dem Fokus auf das Ziel begebe ich mich in den Modus, alles nur abzuarbeiten, aber nichts zu erleben. Selbst ein Abend im Kino kann zu einem Punkt auf einer To-do-Liste werden, wenn das Ziel „mehr Freizeitaktivitäten“ lautet.

Produktivität ist eine Belohnung wert. Weil ich nicht mehr wahrgenommen habe, wie oft ich tatsächlich etwas getan habe. Selbst nach 8 Stunden unterschiedlich verrichteter Arbeit sagte ich mir „du hast heute nichts gemacht“. Weil nur 7 von 20 Punkten erreicht wurden.

Es gibt keinen Grund nicht glücklich zu sein. Einfach, weil es keinen gibt aber ich mir immer wieder einen suche. Unterbewusst.

Du siehst, ich verwende nicht die Ich-Form. Aber es funktioniert irgendwie trotzdem. Weil ich weiß, dass ich diese Klebezettel aus einem bestimmten Grund für mich geschrieben habe. Was auch noch draufstehen könnte?

Nichtstun ist in Ordnung.

Leben bedeutet Leid.

Oder: Lachen ist kein Muss, aber schön.

Jedenfalls denke ich, dass diese Affirmationen am besten wirken, wenn man mit seinen Schwächen arbeitet. Vielleicht findest du ja auch so einen Weg für dich, deine dich störenden, oder auch ungesunden Verhaltensweisen auf nachhaltige Weise zu verändern. Ich wünsche dir alles Gute dabei und würde mich freuen, von dir zu hören, wie es bis jetzt für dich funktioniert.

Bis dann!

 

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