Als ob das Leben einen Sinn machen würde

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Zum einen ist im Leben überhaupt nichts sicher. Zum anderen besteht das Sicherste in unserem Dasein darin, dass es irgendwann vorbei ist.

Auf der Suche nach dem Sinn haben wir erkannt, dass es keinen gibt. Wir haben Erklärungen gesucht in Göttern, dem einen Gott oder einer natürlichen Ordnung. Vielleicht haben wir Erlösung in der Kunst gefunden oder in einem anderen Menschen. Oder in zehn verschiedenen.

Das Grausamste am menschlichen Leben ist das Erwachsenwerden. Die Erkenntnis, dass das Meiste eine Lüge war oder reine Illusion. Dass man sich auf nichts verlassen kann und selbst die Eltern ein Produkt der eigenen Gutgläubigkeit waren.

Der Instinkt des Kindes sei meistens gut. Nichts Böses liegt im Kern des Handelns eines Kindes. Sie sind unschuldig. Der Erwachsene sei nur das Produkt von den früher geborenen erwachsenen Menschen. Oder Lebewesen allgemein. Kinder unter sich beeinflussen sich nicht. Der Einfluss von Gleichaltrigen reicht nur bis in die unmittelbare Umgebung rein. Doch der Einfluss von Älteren bestimmt den Verlauf der individuellen Zukunft. So schauen wir auf die Älteren und auf deren Erfahrung um von Ihnen zu lernen und zu erfahren, wohin der Weg noch gehen kann. Gleichaltrige zeigen uns lediglich wie der Moment auch noch sein könnte.

Überhaupt sind Erfahrungen Maß aller Dinge. Es ist gefährlich sie als Maßstab einzusetzen. Doch neben Metern, Grad und Jahren sind gerade sie es, die unser Leben durch den Vergleichszwang so anstrengend machen. Wieso wollen die Menschen unbedingt vergleichen? Höher, tiefer, kleiner, größer. Besser, schlechter, Gut und Böse. Wohingegen rein physische, biologische oder generell objektiv scheinende Vergleiche noch berechtigt zu sein scheinen, ist es ein Unding subjektive Vergleiche anstellen zu wollen. Allein der Wille und der Wunsch danach zieht den Wunsch mit sich, Unglück zu beschwören. Wo es ein besser gibt, muss es ein schlechter geben. Folglich, wer schlechter ist als das bessere, fühlt sich nicht gut. Und gleichzeitig: wer sich nicht gut fühlt, ist schlecht, denn nicht gut ist gleichzusetzen mit böse. Woher also kommt der Drang zu vergleichen?

Der Mensch versucht zu verstehen. Es gibt den Tag und die Nacht. Den Tag gibt es, weil die Erde sich der Sonne zuwendet, die Nacht, weil sie es manchmal nicht tut. Wenn die Sonne scheint, ist es warm, Leben wächst und gedeiht. Die Nacht ist kalt, das meiste Leben steht kurz still. Es stellt sich hier nun die Frage: ist Leben nur das, was wir bewusst wahrnehmen?

Der Wunsch zu verstehen fordert Erklärungen. Warum dies? Warum das? Wir versuchen den Grund von Phänomenen zu entdecken, nicht mehr und nicht weniger. Hilfsmittel, um den Grund zu erreichen, haben verschiedene Namen: Biologie, Physik, Soziologie, Gott oder Aliens. Und im Namen von was auch immer werden verschiedene Dinge getan. Doch letzten Endes tut ein jeder etwas für sich mit egal was er oder sie tut. Jedenfalls bedienen wir uns diverser Hilfsmittel um Gründe zu erforschen von denen wir uns erhoffen, dass deren Entdeckung uns endlich den Frieden liefert den wir suchen. Den Frieden, endlich den Sinn für unser Dasein gefunden zu haben. Am Ziel angekommen zu sein.

Die Geschichte zeigt, dass wir noch weit entfernt davon sind, DEN Grund gefunden zu haben. Jede Erklärung wird irgendwann widerlegt oder zumindest soweit aus einem anderen Winkel betrachtet, dass die Wahrhaftigkeit deren Essenz angezweifelt werden kann. Wo wir heute an die Grenzen des Möglichen stoßen werden wir in Zukunft viele Schritte weiter sein. Atome werden in noch kleinere Teilchen zerlegt werden können.

Wenn wir Menschen existieren, damit das Universum sich selbst verstehen kann, ist das Universum ein sadistisches Schwein. Jede Sekunde verbringen wir damit zu denken, zu verzweifeln, dann uns zu freuen nur um wieder zu leiden. Das alles, weil wir ausgelagertes Werkzeug eines Dinges sind, von dem wir nicht wissen, ob es als lebendig betrachtet werden kann. Weil wir nicht einmal wissen, was überhaupt das Leben ist. Denn was wir an uns im Vergleich – da sind wir wieder – zu anderen materiellen Existenzen, wie Steinen oder Wasser, feststellen konnten ist ein Bewusstsein und die Fähigkeit, unsere Umgebung wahrzunehmen und das Wahrgenommene wieder zu verdinglichen – durch Kunst.

Vielleicht sind Menschen eine Art Kunst des Universums, dass festgestellt hat, dass es erschaffen kann. Doch unterstellt diese Aussage dem Universum ein Bewusstsein. Kann Etwas erschaffen, ohne sich dessen Aktes bewusst zu sein? Erschafft ein Stein sich selbst, oder wird er von etwas anderem erschaffen? Was würde den Stein erschaffen? Der Planet Erde oder die Land- und Wassermassen?

Kann überhaupt irgendetwas nur durch Zufall existieren?

 

 

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