Kleine Reminder die dich voll aus der Bahn werfen

Oder: Wie dich das Leben zurückschubst damit du nicht abhebst

Dein Chef lobt dich in hohen Tönen, du hältst endlich dein Sportprogramm durch oder deine letzte Klausur hat dir eine 1,irgendwas heimgefahren. Es geht dir blendend, deine Freunde beneiden dich um deine positive Ausstrahlung, das Glück fliegt dir förmlich zu. Als Single wirst du dauernd angesprochen, in deiner Beziehung lodern die Flammen der Leidenschaft. Zusätzlich nimmst du dir Zeit für deine Eltern, dankst deiner Lieblingslehrerin in der Grundschule mit einem Strauß Blumen und sparst gerade auf ein neues Auto, eine Wohnung oder die Designerhandtasche, die du dir endlich gönnen möchtest.

Es läuft bei dir, ach was, es fliegt! Was könnte jetzt noch schiefgehen?

Ja, so einiges Freundchen.

Durch dein Sportprogramm fühlst du dich jeden Tag irgendwie müde. Natürlich, deine Muskeln wachsen und zehren an deiner Energie. Weil es das ist, was du wolltest, beschwerst du dich nicht, sondern gehst voll in deinem Lebenswillen auf und transpirierst dein Glück aus jeder Pore. Es ging dir schon lange nicht mehr sooooooo gut!

Die hoch gezwitscherte Lobeshymne deines Chefs kommt von deinem Engagement. Der Job macht Spaß und ist genau das was du immer haben wolltest – aber natürlich fordert er dich, das wolltest du doch. Die Einser-Klausur hat dich im Schnitt zwei Stunden Schlaf pro Nacht gekostet und mindestens zwei Freunde verärgert, aber das wirst du in der nächsten vorlesungsfreien Phase schon wieder aufholen.

Die Bilanz geht auf. Du investierst Zeit, Energie und Gefühle und erhältst dafür etwas von mindestens gleichem Wert. In deinem Fall ist es ein Mehrwert, und das soll auch so bleiben. Tag für Tag buchst du mehr auf dein Vermögenskonto.

Werfen wir nun einen ganz kurzen Blick auf deine Gewinn- und Verlustrechnung. Gewinne, Gewinne, Gewinne?! Wir sind nicht auf der Kirmes. Das ist das Leben. Obwohl, irgendwie sind wir doch auf der Kirmes…

Der Klassiker: deine Waschmaschine geht kaputt. Du bist gerüstet, hast Rücklagen und das Problem belastet dich nicht. Finanzielle Rücklagen sind für einige Menschen kein Thema, aber für einige ein sehr großes. Spätestens, wenn die ganze Küche unter Wasser steht oder jemand in die Wohnung eingebrochen ist, stehen die meisten von uns vor einer finanziellen Herausforderung.

Reminder Nr. 1: Dein Hab und Gut

Selbst wenn du zu der Sorte Homo Oeconomicus gehörst, die mehr auf Qualität statt Quantität steht, wirst du früher oder später feststellen, dass wirklich nichts für die Ewigkeit ist. Dinge gehen kaputt, werden zerstört oder befinden sich irgendwann nicht mehr in deinem Besitz, sei es durch Diebstahl oder deine eigene Schusseligkeit.

Eines Tages hat deine Lieblingsjeans ein Loch. Eines Tages findest du nach einem Umzug die alte Uhr deiner verstorbenen Tante nicht mehr wieder, die dir so viel bedeutet hat. Eines Tages verlierst du dein Portmonee, weil du zu viel getrunken hast (würde mir ja niemals passieren…).

Sobald dieser Tag gekommen ist, wirst du merken, dass kein Geld dieser Welt den kleinen bis großen Schmerz in deinem Herzen tilgen kann. Das könnten dann zum Beispiel liebe Menschen übernehmen, wobei wir dann beim zweiten Tritt in den Hintern wären.

Reminder Nr. 2: Andere Menschen

Es gibt – hoffentlich – Menschen in deinem und meinem Leben, die unsere Atemzüge versüßen oder uns ganz den Atem rauben. Schlimm wird es, sobald uns neben dem Atem auch noch die Spucke wegbleibt. Die Rede ist von A-Loch-Menschen, die uns entweder in der Bahn nerven, nachdem wir einen langen Tag hatten, und meinen uns mit ihren Erziehungsmethoden à la „jetzt schrei doch nicht so rum als würde man dich häuten“ daran erinnern zu müssen, dass trotz flächendeckendem Bildungssystem die Bildung doch noch nicht überall angekommen zu sein scheint. Oder uns mit ihrem Nicht-Beantworten von dringenden Mails an unserer Existenz zweifeln lassen.

In den meisten Fällen sind solche alltäglichen Stolpersteine in menschlicher Form eher weniger Auslöser für ein Stimmungstief. Doch an schlechten Tagen sind sie der bekannte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Leider geht es noch viel schlimmer.

Auch vermeintliche gute Freunde können sich irgendwann aus unserem Leben entfernen. Und vielleicht werden wir nie erfahren warum. Genauso gut können sich diese vermeintlichen Freunde in Krisensituationen als untauglich erweisen, weil sie dann plötzlich keine Zeit mehr für uns haben oder die Krise als Anlass nehmen, unser „wahres Gesicht“ nicht mehr als gut genug für sie zu empfinden.

Egal auf welche Art und Weise dieser Reminder auf dich eindrischt: es gibt 7 Milliarden Menschen auf diesem Planten – du hast genügend Möglichkeiten welche zu finden, die gut zu dir passen und die dich lieben. Das klingt leichter gesagt als getan. Doch an dieser Stelle sei gesagt, dass zwischenmenschliche Interaktion gar nicht so schwierig ist, wenn wir aufhören uns Gedanken darüber zu machen, was andere wohl von uns denken könnten.

Reminder Nr. 3: Misserfolg

Unabhängig davon, wie lange du schon die Karriereleiter erklimmst, deinen persönlichen Mount Everest in Sachen Selbstständigkeit oder deinen gedeihenden Liebesgarten hegst und pflegst: Misserfolge sind natürlich und werden geschehen.

Sei es eine gebrochene Sprosse, Erschöpfung oder eine Ungezieferplage. In der Geschichte gibt es nicht ein einziges Beispiel für immerwährenden Erfolg. Alexander der Große starb kurz nach seiner Rieseneroberung in jungen Jahren, der großartige Schauspieler und Komiker Robin Williams litt unter schweren Depressionen und die Partei, die erhebliche Verbesserungen nach Polen brachte, wurde wohl aus Unwissenheit abgewählt.

Es trifft die besten und größten genauso wie die normalen und kleinen. Misserfolg ist ein sehr allgemeiner Begriff. Er kann für einen schlechten Gesundheitszustand stehen oder für ein schlechtes Geschäftsjahr. Für eine fünf in der Statistikklausur oder eine Absage nach einer Bewerbung.

Sobald es einen erwischt, ist es zumindest für mich sehr hilfreich, mich an diesen natürlichen Verlauf der Dinge zu erinnern. Die Sonne und der Mond müssen sich abwechseln, damit wir einen ganzen Tageszyklus haben können. Regen und Sonnenschein sind beide unabdingbar, damit Flora und Fauna lebendig sind. Und wenn schon nichts sicher ist im Leben, dann zumindest unser Tod.

Ich persönlich bin dankbar für diese kleinen Reminder. Doch ich kenne auch Menschen, die aufgrund dieser Vorkommnisse erst gar kein Glück verspüren können, da sie sich vor ihnen fürchten und somit im Ausleben ihres Selbst gehemmt sind.

Hoffentlich konnte ich dir zeigen, dass von einem anderen Standpunkt aus betrachtet, es sich nicht um Hinweise des Schicksals handeln muss, dass du das Glück einfach nicht verdient hast. Sondern um Denkzettel, falls deine Nase immer mehr gen Himmel zeigt oder du schon einen wunden Hintern vom Sitzen auf deinem hohen Ross hast.

Wie siehst du solche Rückschläge? Motivieren sie dich oder halten sie dich davon ab überhaupt erst etwas Neues zu probieren? Ich freue mich über deinen Kommentar!

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