Gift kann man nicht riechen

Gift kann man nicht riechen

Aus 2015…

Ob du das jemals lesen wirst, weiß ich nicht. Ich muss aufschreiben, was ich fühle, denn meine Gefühle sind so stark, dass sie mit jedem Atemzug in mein Gehirn wandern und sich von dort in meinem Herzen ausbreiten. Die Gefühle lähmen mich, sie nehmen mich voll und ganz ein. Sie verlangen meine ganze Kraft.

Ich versuche mich ihnen nicht hinzugeben, denn ich weiß, dann erwartet mich nur der Schmerz. Es gibt Tage, an denen mein Herz wieder provisorisch schlägt und ich funktioniere und sogar wieder glücklich bin. Bis irgendetwas auftaucht, was mich an dich erinnert und die Naht zum Platzen bringt. Offene Wunden sind eben offen.

Du bist das Erste an was ich denke, wenn ich morgens aufwache und mein letzter Gedanke, wenn ich abends im Bett liege. Du stehst vor mir in meinen Träumen. Dein Duft hängt noch immer in meiner Wohnung obwohl du schon längst weg bist. Ich mache fast alles mit dir.

Dabei bist du nicht bei mir wie ein Geist oder ein nerviger Gedanke, ähnlich einem Ohrwurm. Du bist eher die Glut in meiner Körpermitte. Und manchmal, schlagen eben Flammen in höhere Ebenen oder ein ganzes Feuer breitet sich aus. Obwohl ich von den Gefahren weiß, will ich dich nicht löschen. Du hältst mich warm.

Und dennoch. Egal wie stark die Gefu00fchle sind und wie schön die Vorstellung ist die schöne Zeit mit dir wieder und wieder zu erleben. Es geht nicht. Und das lässt mein Herz brechen. Denn ich weß, wo die Sonne aufgeht muss sie auch wieder untergehen. Und wenn bei uns die Nacht anbricht wird es finster. Mit dir habe ich Angst in der Dunkelheit.

Ich kann nicht jeden Tag Berge erklimmen und Monster bekämpfen. Ich möchte auch in der Ebene wandern. Doch jede Gerade mit dir entpuppte sich stets als Wendepunkt.

Wohin das alles führen soll – wie kann das überhaupt irgendwo hinführen? So, wie du bist, bist du mein mit Gift gefüllter Apfel den mein Herz begehrt. Aber ich bin nicht bereit nur für den Geschmack zu sterben.

Und so sterbe ich jeden Tag ohne dich ein bisschen. Aber habe wenigstens eine Chance. Obwohl mich das Süße nicht loslässt. Meine Gedanken kreisen. Es wäre so schön. Es wäre so schön. Vielleicht werde ich nie wieder so etwas schmecken. Vielleicht werde ich doch überleben. Vielleicht sollte ich es doch versuchen. Vielleicht bist du nicht mehr giftig.

Aber wie kann ich mir dessen sicher sein?

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Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

    • Ja, allerdings ist der Text wie gesagt von 2015 – er entstand relativ kurz nach der Trennung.

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