ein Rückblick & ein Danke

2016: Ein Rückblick und ein Danke

Ich möchte diesen Artikel dafür nutzen, um jedem einzelnen Menschen in meinem Leben –  also auch dir, lieber Leser – zu danken. Denn ohne dich/ euch, wäre ich nicht, was und wo ich bin. Dies wird ein kleiner Jahresrückblick, man munkelt, dass Menschen gegen Ende eines Jahres Formate dieser Art ganz gernhaben und generell selbst zurückblicken. Dann fang ich mal an:

Anfang 2016 war ich im 1. Semester meines Studiums. Ein Ersti – Frischfleisch, welches man 5km gegen den Wind noch wahrnimmt, da es planlos auf dem Campus umherirrt. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dass ich schon im 3. Semester bin – ein alter Hase mit 10m langem grauen Bart – klingt das absolut surreal. Bevor ich mein Studium aufnahm, war ich mir fast sicher, dass irgendetwas passieren wird, was mir alles zerstören wird. Finanzielle Nöte, psychische oder physische Durchhänger, die mich zur Aufgabe zwingen. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, dass ich im Januar sogar noch Antidepressiva geschluckt habe (oh Graus, oh Graus…). Aber allgemein nahm mein Leben Formen an, ich verfolgte knallhart meine Ziele doch musste auch feststellen, dass ich noch lange nicht genug Kraft hatte, um sie alle gleichzeitig und ausreichend zu festen Bestandteilen meines Alltags machen zu können.

Der Einzug an die Uni brachte auch neue Bekanntschaften mit sich. Neu gewonnene Freunde bekamen einen festen Platz, alte blieben. Eine noch nicht lang existierende Bekanntschaft, die mir meinen Neuanfang Mitte 2015 erleichterte, begann zu bröckeln. Und endete schließlich in einer Explosion. Das Standbein, auf welches ich mich verlassen hatte – einfach weg. Und ich stand wieder da, mit nichts. Doch: Glück im Unglück, der Crash geschah zur richtigen Zeit und so bewarb ich mich auf einen Nebenjob, den der Himmel geschickt hat und zu schön war, um wahr zu sein. Und ich bekam ihn sogar. Und dazu einen Satz Kollegen, die ohne weiteres Flügel verdient haben.

Kurz darauf startete ich endlich meinen Blog (wir sind jetzt schon im Mai). Über ein Jahr habe ich darauf gewartet. Es läuft bei weitem nicht so wie gedacht, aber das ist ok. Zumindest ein kleiner, eigentlich scherzhafter Gedanke, über den Blog jemandem Neues einen Platz direkt an meiner Seite zu geben, sollte, wenn auch anders als vermutet, in Erfüllung gehen. So hat mich der Start auf zweierlei Weise zu einem sehr glücklichen Mädchen gemacht. Und ist ein Beweis dafür, dass das Richtige passiert, sobald man das Richtige tut (sprich: seiner Intuition folgt).

Seit Mitte des Jahres läuft es in meinem Kopf leider immer wieder holprig. Alte, längst besiegt geglaubte Gedankenmonster haben sich wieder eingenistet und lassen sich nicht vertreiben. Sogar Plagegeister aus meiner Teeniezeit sind wieder auferstanden. Nach über 2 Jahren, die ich weit, weit unter der Erde, fernab von jeglichem Licht, verbracht habe, war ich auf Rückschläge gefasst und vorbereitet. Dennoch ist es eine Herausforderung, diese zu überstehen. Wieder scheinbar grundlos die eigene Existenz infrage zu stellen, die Lasten der Welt auf den Schultern zu fühlen und sich zu wünschen, dass alles einfach verschwindet – das ist auch beim 100. Mal scheiße.

Das einzige, das mir in der Schlacht gegen dieses Übel hilft, ist die Liebe. Die Liebe, die ich erfahren darf und selbst geben kann. Rutscht bitte nicht aus, denn jetzt wird es schmalzig. Zum sogenannten Fest der Liebe ist ein bisschen rosa gepuderte, in güldene Watte gepackte, Glitzer pupsende Poesie wohl erlaubt.

Ich würde euch gerne sagen, wie sehr ich euch liebe
Doch manchmal überrennt mich dieses Gefühl
und ich bekomme kein Wort aus meinen Gedanken, welches den Weg zum Mund findet und über die Zunge hörbar wird

Ich kann nicht beschreiben wie viel ihr mir bedeutet
Vom hier bis zum Mond ist zu begrenzt
Unendlich ist viel zu vage
Mehr als Schokolade wäre treffender, doch selbst davon hab ich irgendwann genug
Aber niemals von euch

Manchmal ist das, was ihr tut unangenehm für mich
Manchmal ist das, was ich tue unangenehm für euch
Und dennoch sind wir bis heute ein Geflecht aus Erinnerungen, Gefühlen und Vertrauen
Wenn ich an euch denke, fühle ich Glück und Dankbarkeit
Und gleichzeitig Angst,
Dass ich euch niemals zurückgeben kann, was ihr mir gebt

Ich schlage Wellen auf denen ihr reitet
Mal stärkere, die euch vielleicht vom Boot werfen
Und mal gar keine
Wenn letzteres der Fall ist, springt ihr freiwillig ins Wasser, um nach mir zu sehen
Danke, dass ihr euch für mich nass macht

Danke, dass eure Liebe mein Spiegel ist
Und ich endlich wieder aufstehen möchte, weil es doch irgendwas gibt, wofür es sich lohnt
Danke, dass ihr eure Zeit mit Gedanken um mich füllt
Danke, dass ich jemand für euch bin

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich euch liebe
Denn das ist zu groß und übermächtig
So energiereich wie eine Supernova vielleicht
Mit einer brennenden Leidenschaft gleichzusetzen mit der Sonne vielleicht
Worte, Bilder und Melodien vermögen nicht auszudrücken, was ich fühle
Ich könnte einen Film drehen
Doch der hätte keinen Anfang und kein Ende, und wäre somit kein Film mehr
Weil ich nicht weiß, wo ich anfangen soll und nicht will, dass es endet

Liebe ist ein Prozess, ein Fluss
So wie unser Sein ein Fluss, ein Prozess ist
Unser Leben hat ein Anfang und ein Ende
Doch Liebe beginnt noch vor unserer Geburt
Und endet auch nicht, nachdem der letzte Gedanke an uns gedacht wurde

Wer nicht liebt und nicht geliebt wird, kann kaum sein
Und darum danke ich euch, dass ich dank euch bin 

Und Ende 2016? Nun, es sind mehr Menschen gekommen als gegangen. Aber die, die gegangen sind, haben Kapitel für immer beendet. Keine Sternchen mit Nachtrag am Rande des Blattes. Dafür konnte ich vor langer Zeit angefangene Kapitel fortsetzen, mir Wünsche erfüllen, die ich schon sehr, sehr lange hatte und mit dem Verfolgen von alten neuen Zielen anfangen. Ich kreiere keine guten Vorsätze für das neue Jahr – als würde eine weitere Runde um die Sonne irgendetwas verändern – denn ich will weitermachen wie bisher: Schätze pflegen und behüten, offen für Neues sein, niemals stehenbleiben und jeden Moment genießen.

Nach zwei Jahren andauernden Neuanfängen wird 2017 vielleicht das erste sein, welches, dank euch an meiner Seite, den Bau meines Fundaments abschließt und Mörtel für das Erdgeschoss anrührt their explanation.

Fröhliche Weihnachtsfeiertage, kommt gut ins neue Jahr!

Ähnliche Beiträge

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.