Jemanden verlassen obwohl man ihn liebt

Jemanden verlassen obwohl man ihn noch liebt – Herzschmerz die Zweite

Es traf mich völlig unvorbereitet, dich dort stehen zu sehen. Und dabei hatte ich Hunger und wollte unbedingt etwas essen. Doch noch näher an dir vorbei zu müssen kam nicht infrage.

Zuerst sah ich dein BMX, welches es hier nur einmal gibt. Um mich zu vergewissern, schaute ich zu deinen Sneakern, und schluckte schwer. Ich wusste, dass du mich früher oder später bemerken wirst. Der Eingang zum Bahnhof war vielleicht acht Meter von dir entfernt. Dummerweise verbindet uns noch heute die Vergangenheit.

Dadurch merkte ich, dass es dir gut geht. Und nach allem was war, macht es mich wütend. Weil du mir erzählt hast, es gäbe dein Glück nur mit mir. Weil ich dir das geglaubt habe und für dein Glück meins hinten angestellt hatte. Weil nach all den Manipulationen und Lügen das vielleicht die schlimmste ist. Hast du mich auch nur ansatzweise ehrlich geliebt?

Kaum ein Tag vergeht an dem ich nicht an dich denke. Nein, nicht an dich. An das, was ich mit dir hatte. Und mir vorgestellt habe noch zu bekommen. Hättest du dich doch behandeln lassen, wir hätten es schaffen können – ach nee, das ging ja auch nicht gut.

Verliebtsein ist ein Gefühl, die Liebe eine Entscheidung. Nach dieser Definition war es wohl wirklich Liebe deinerseits. Über acht Jahre bei mir zu bleiben, obwohl ich jeden Tag etwas falsch machte und dich in Rage versetzte, musste die wahre Liebe sein. Und aufgrund meiner Fehler musste ich meine wiederrum ständig beweisen, war doch nur logisch zoloft weight gain. Ich schützte dich vor dir selbst so gut ich konnte. Nur mich selbst vor dir zu schützen funktioniert erst seit wenigen Monaten.

Alles was mir in meinem jetzigen Leben ohne dich fehlt mach ich einfach selbst. Entweder bin ich wie du geworden, oder ich war es schon immer und bemerke es erst jetzt. Man sagt ja, Borderliner spiegeln die Persönlichkeit ihrer Partner.

 

Wie fühlt es sich an jemanden zu verlassen, den man noch liebt?

 

Es ist, als würde man sich das eigene Herz aus der Brust reißen. Es sich selbst brechen und mit Füßen treten. Ich bin gegangen, weil es nötig war, nicht, weil ich wollte. Ich habe es nie gewollt, auch nicht, nachdem ich dich verlassen habe. Und auch heute, nach über anderthalb Jahren, bedauere ich, dass es dazu kommen musste. Und darum darf ich dich nicht wiedersehen.

Denn seit Kurzem erst bin ich in der Lage den Ruf meines Herzens nach dir zu dämpfen, ja ihn gar verstummen zu lassen, sodass er eigentlich nicht mehr existiert. Doch deine Anwesenheit lässt die Schalldämpfer zerbröckeln. Das mit uns war so schön wie es schrecklich war. Und ich will es nicht mehr. Aber ich will mein Herz zurück, was ich an dich verloren habe und wegen dir zerstören musste. Warum hast du zugelassen, dass ich mir das antue? War das deine Liebe?

Manche Umstände erfordern es, einen Menschen zu verlassen obwohl die Gefühle weiterhin stark sind. Sie werden bleiben, seid gewarnt – ihr alle. Das schlimmste ist, dass das Herz nicht versteht, weil es eine Entscheidung des Kopfes war. Wird es jemals begreifen und aufgeben? Ich weiß es nicht, denn meines wäre immer noch zum Kämpfen bereit. Aber das wäre es nicht wert und du hast es nicht verdient. Nicht noch einmal. Nie wieder.

Besondere Verletzungen erfordern besondere Maßnahmen. Nachdem anfangs ein Pflaster zur Notversorgung herhalten musste, zog ich es ab und machte mich ans Werk sie ordentlich zu behandeln. Veröden, vernähen, tackern, kleben. Wundsalbe und Zinkpaste. Mullbinden, Pflaster, Schienen. Doch sie heilt nicht. Blutet immer weiter und manchmal sickert es durch alle Schichten durch. An der Luft trocknen lassen? Funktionierte.

Bis ich dich letztens am Bahnhof stehen sah.

 

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