"Ich will nicht mehr kämpfen!"

„Ich will nicht mehr kämpfen!“

Eigentlich sollte heute ein ganz anderer Artikel online gehen. Einer, den ich am Dienstag bereits zu 70% fertig hatte und eigentlich nur noch beenden musste. Sogar das Bild dazu entstand am Donnerstag ganz spontan. So, wie ich mir das immer gewünscht habe.

Doch jetzt sitze ich hier, es ist das Ende des Wochenendes am Ende der Woche und ich kann es nicht. Es geht einfach nicht.

Die Datei ist geöffnet doch mein Kopf schweift sofort ab wenn ich auch nur ein einziges Wort darin lese. Sogar mein Magen dreht sich um. Könnte man sagen, ich habe Angst? Angst, ihn wirklich weiter fortzuführen?

Dieses dumme Problem habe ich leider öfter. Dieses Nicht-Anfangen-Können. Im Geiste ist der Artikel bereits fertig geschrieben, die Party durchgeplant und das Referat vorbereitet. Doch in der Realität ist noch gar nichts passiert. Oder zumindest nichts Nennenswertes.

The Never Ending Image-Flyer

Richtig Hardcore hatte ich dieses Phänomen einmal in meiner Ausbildung. Meine Aufgabe war es, einen komplett neuen Image-Flyer aufzusetzen. Natürlich war ich total glücklich, einen so großen und tollen Auftrag bekommen zu haben. Was daraus wurde? Ein theoretisch fertiges Produkt, welches ich praktisch nie beendet habe.

Meine Finger wollten die Texte nicht niederschreiben. Noch nicht einmal die Mails verfassen, um die entsprechenden Personen zu kontaktieren von denen ich Informationen einholen musste. Bilder raussuchen hat noch funktioniert, weil ich dafür mein Gehirn nicht einschalten musste.

Warum ich diese überaus schlechte Story mit dir teile?

Weil ich mich damals dafür fertig gemacht habe. Und ich wurde von meiner Chefin dafür fertig gemacht, was ich auch nachvollziehen konnte. Aber: ich habe mir das nicht ausgesucht. Dieses Verhalten war nicht beabsichtigt, ich habe alles in meiner Macht stehende versucht um diesen Flyer zu erstellen. Aber es ging einfach nicht.

Für meine Chefin hörte sich dies wie eine Ausrede an. Sie konnte das nicht verstehen, in ihrer Welt existierte so etwas nicht. In meiner bis dato auch nicht. Wie kann das denn sein, dass eine simple Aufgabe einen so überwältigt, dass nichts mehr geht? Dass allein der Gedanke daran Bauchschmerzen hervorruft?

Schon einmal von zu viel Stress gehört?

Nee. Zu viel Stress gibt es nicht, sondern nur die Unfähigkeit mit den Anforderungen klar zu kommen. Das war der Gedanke, der mir innewohnte und den ich glaubte. Andere schafften es ja schließlich auch, also musste ich mich nur zusammenreißen.

Und jetzt ist es schon wieder passiert…

Ich habe mich gerade nur kurz von meinem Schreibtischstuhl erhoben und schon ist sämtliche Energie, die ich vorhin noch hatte, verschwunden. Die ursprüngliche Motivation für diesen Artikel ist komplett weg. Mein einziger Gedanke: ins Bett einkringeln und hoffen, dass dieser Tag schnell und leise endet.

Was ich hier schreibe ist so verdammt ehrlich, dass meine Hände verkrampfen während ich tippe. Doch ich werde das durchziehen, weil ich mir mit diesem Blog selbst den Auftrag gegeben habe das zu tun, was ich mir für meine Mitmenschen wünsche – knallharte Ehrlichkeit.

Ja, es richtig schwierig zu allen ehrlich zu sein. Und oft ist es noch schwieriger ehrlich zu sich selbst zu sein. So wie es für mich das schwierigste im Moment zu sein scheint mir eingestehen zu müssen, dass ich einige Dinge einfach noch nicht schaukeln kann.

Aber nur, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, können wir uns mit Liebe um uns selbst kümmern.

Das Ding hier gleicht einem M. C. Escher Bild…

Meine momentane Aufmerksamkeitsspanne könnte unter der eines Goldfischs liegen. Wobei, grad mal Onkel Google gefragt: Mittlerweile hat der Goldfisch eine höhere Aufmerksamkeitsspanne als der Mensch, dem Internet sei Dank! Hach, vielleicht ist das alles ja gar nicht so schlimm…

Möglicherweise habe ich mit dieser Information diesem Blogpost hier doch noch einen größeren Informationsgehalt verschafft.

Stichwort Aufmerksamkeitsspanne: Ich habe jetzt schon vergessen, was ich bereits erwähnt habe. Worauf ich vielleicht noch eingehen sollte und wohin dieser Text überhaupt führen sollte. Ursprünglich wollte ich über das Nicht-Schreiben-Können schreiben. Aber jetzt habe ich ja was geschrieben und das hatte ja irgendwie doch was damit zu tun, fällt mir gerade auf.

Soll das echt online gehen?

Ja soll es. Echt. Vielleicht lese ich gleich noch einmal drüber und stelle fest, dass nichts von dem, was ich getippt habe dein Interesse weckt. Und dann fällt mir wieder ein: eventuell gibt es dort draußen jemanden, der genauso fühlt wie ich. Eventuell helfe ich diesem jemand dann mit meinem wirren Getippsel. Eventuell macht es doch Sinn, was ich hier tue.

Als ich damals meinen Image-Flyer nicht erstellen konnte, ging mein ganzer Glaube an mich selbst komplett baden. Und auch heute greife ich auf selbstzerstörerische Handlungen zurück um mich und meine Unfähigkeit zu bestrafen. Weil ich sie einfach nicht akzeptieren kann. Nein, ich verletze mich nicht, aber Sportverzicht und übermäßiger Fast-Food-Konsum zählt für mich zur Selbstzerstörung dazu, weil dies mir und meinem Körper nicht gut tut und ich das vor allem weiß.

Wörter zählen – hab ich schon die 1000?

Kurz mal gucken: Nee, noch nicht. Mist. Schon wieder nicht geschafft den Artikel an einem Stück zu schreiben. Lösung? Im Moment: einfach aufhören, daran zweifeln, dass Schreiben überhaupt das Richtige für mich ist.

Stopp. Durchatmen. Nicht so schnell.

Zum Glück gibt es da noch meine innere Stimme und meine Erfahrung, die mich in diesem Moment wieder aus dem Schlammloch ziehen und mir zuflüstern: Ja, das Schreiben ist das Richtige für dich. Solange du dich auf dein Ziel zubewegst, wirst du es erreichen.

Letzteres ist zu meinem Mantra geworden, welches eigentlich der einzige Grund ist, warum ich überhaupt irgendwas tue. Weil ich daran glaube, dass es sich auszahlen wird. Dass ich irgendwann dieses Leben haben werde, welches zu mir passt.

Den Sweet-Spot erreichen

Ganz allgemein gesprochen möchte ich irgendwann meinen Sweet-Spot erreichen. Den Platz auf dieser Welt, an dem es mir einfach gut geht. Der mich nicht immer wieder mit meinen inneren Dämonen kämpfen lässt, oder an Geldmangel verzweifeln.

Diesen einen Platz, an dem ich sein kann, wer ich bin. Im Einklang mit mir, im Flow mit der Welt. Und ich weiß, dass ich diesen Sweet-Spot erreichen kann, solange ich auf mein Bauchgefühl vertraue, denn es bringt mich immer diesem immer näher.

Und irgendwann muss ich vielleicht wirklich nicht mehr kämpfen. Vielleicht ist irgendwann das Leben wirklich einfach nur schön.

Puh. Das war wirklich anstrengend. Kennst du, was ich beschrieben habe? Ist für dich das Leben manchmal ein einziger Kampf? Was tust du, um dich zu motivieren? Bitte hinterlasse mir einen Kommentar, ich würde gerne von dir lernen!

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